Bund der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure e.V.
Landesgruppe Brandenburg

E-Mail: info@bdvi-brandenburg.de
Internet: www.bdvi-brandenburg.de

Fachtagung am 7. und 8. September 2018 in Schönefeld

Die jährliche gemeinsame Fachtagung der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure und der Vermessungs- und Katasterverwaltung, vereinte am 7. und 8. September 2018 bereits zum 25. Mal das brandenburgische Fachpublikum. Ein besonderes Jubiläum, welches eindrücklich zeigt, wie sehr sich die Veranstaltung als nicht mehr wegzudenkende Plattform für den Informationsaustausch, für rege Gespräche und fachliche Diskussionen bewährt hat.

Davon zeigte sich auch der Innenminister des Landes Brandenburg in seiner Grußansprache zur Eröffnung der Jubiläumstagung beeindruckt und hob die jahrelange Konstanz der Gemeinschaftsveranstaltung als besonderen Ausdruck der gelungenen Zusammenarbeit von Vermessungsverwaltung und BDVI hervor.

Schönefeld war als Tagungsort der jährlich an wechselnden Standorten durchgeführten Veranstaltung mit Bedacht gewählt, bot doch der Ort lohnenswerte Anknüpfungspunkte für das Tagungsprogramm bis hin zur Fachexkursion zum künftigen Flughafen Berlin Brandenburg (BER). Und so hieß es in diesem Jahr: Enjoy your flight! Etwa wenn es im Vortrag von Herrn Kuse, Leiter der Katasterbehörde Dahme-Spreewald, außerordentlich eindrucksvoll um Bodenordnungsverfahren und Grundstückswertermittlungsaufgaben im Bereich des BER ging. Oder bei dem Thema der gemeinsamen Landesplanung für die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg, das den Gegenstand des diesjährigen Festvortrags mit Herrn Drews, Abteilungsleiter Gemeinsame Landesplanung Berlin Brandenburg, bildete.

Darum gruppierten sich wie gewohnt Fachvorträge zu ausgewählten Themen des Liegenschaftskatasters. Herr Przybilla von der Katasterbehörde Barnim widmete sich ausführlich den historischen Unterlagen zur Grenzermittlung, während sich der aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis in Nordrhein-Westfalen angereiste Dr. Rembold den an frühere Grenzfeststellungen in Bezug auf Eindeutigkeit und Zuverlässigkeit zu stellenden Anforderungen widmete.

Einen Sachstandsbericht zur Novellierung der Vermessungsgebührenordnung gab Herr Dreßler (MIK). Über das in den Startlöchern stehende Bereitstellungsportal sowie die anstehende Testphase für den vollständigen Fortführungsentwurf referierten Frau Langer (LGB), Herr Schönitz und Herr Masur (beide MIK). Mit einem Ausblick auf Open Data im amtlichen Vermessungswesen zeigte Herr Schönitz zudem neue Perspektiven zur Bereitstellung und Nutzung von Geobasisdaten auf.

Für den Blick über den Tellerrand sorgten die spannenden Länderberichte aus Baden-Württemberg aus Sicht des dortigen Ministeriums bzw. des BDVI, vorgestellt durch Herrn Schleyer vom baden-württembergischen Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und den BDVI-Landesvorsitzenden Herrn Kurzmann.

Vertieft ging es auch um die Laufbahnausbildung des höheren vermessungstechnischen Verwaltungsdiensts. In einem Vortragsblock präsentierten Frau Ehlers, Herr Wagner (beide MIK), Herr Gernhardt (LGB) und Herr Peter (ÖbVI) ihre Sichtweisen und Strategien zur Reform des Referendariats, wobei ein Schwerpunkt auf dem Ausbildungskonzept im Bereich Liegenschaftskataster lag.

Daran konnte Herr Kaden, ÖbVI in Potsdam, in seinem Praxisbericht anknüpfen, in dem er neben seiner Tätigkeit als Prüfer beim Oberprüfungsamt für das technische Referendariat auf seine beeindruckend umfangreichen beruflichen und berufspolitischen Aktivitäten um das amtliche Vermessungswesen einging. Deutlich zeigte sich dabei: Wenn unser Berufsstand eine Zukunft haben will, müssen wir mit der technischen und technologischen Entwicklung Schritt halten. Komplettiert wurde das Vortragsprogramm schließlich von dem obligatorischen Bericht der ÖbVI-Aufsicht durch Herrn Kahlenberg (LGB).

Den Veranstaltern und Referenten ist es wiederum gelungen, in zwei Tagen einen detaillierten Einblick in praxisrelevante Fragestellungen rund um das amtliche Vermessungswesen zu geben. Förderlich war dabei nicht zuletzt die Verbindung des fachlichen Anspruchs mit der Möglichkeit zum ungezwungenen Austausch in den Pausen sowie der Abendveranstaltung. Als Resümee bleibt festzuhalten: Der inhaltliche und organisatorische Aufwand für den Brandenburger Geodätentag lohnt sich. Diese Tagung bleibt ein überaus wichtiger Termin.